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John Heartfield

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George Grosz

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Ausstellung

01.11. bis 18.12.2016
FMP1 – Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin
Eintritt frei!

1916 / 2016

Heartfield & Grosz

2016 jährt sich zum 100sten Mal der Beginn der Zuammenarbeit von George Grosz und John Heartfield. Beide haben gemeinsam die ,Ästhetik der revolutionären Schönheit’ in Auseinandersetzung mit Krieg, Militarismus, bürgerlicher Fassade, Hunger, Ausbeutung und Faschismus in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts entscheidend geprägt.

Am Beginn der Ausstellung steht der Versuch einer Rekonstruktion des Ausstellungsraumes der 1. Dada-Messe Berlin von 1920. Gezeigt werden neben den allgegenwärtigen Spruchtafeln, die Reproduktionen der verschollenen Werke `Deutschland ein Wintermärchen` (Grosz), `Kriegskrüppel` (Dix), des preußischen Engel und Tatlins Maschinenkunst. Die folgenden Räume zeigen im Original die berühmten Grafikmappen George Grosz. Gegenübergestellt werden Bücher und Zeitschriften denen John Heartfield mit Collagen ihr Gesicht verlieh. Der Originalkatalog der 1. Deutschen Kunstausstellung der Internationalen Arbeiterhilfe (MeshRabPom) in Moskau 1924 schlägt eine weitere Brücke zu der weltweiten Solidaritätsorganisation, deren Organisator Willi Münzenberg war. Ein letzter Raum widmet sich dem Jahr 1933 und den unmittelbaren Wirkungen der faschistischen Machtübernahme.

Begleitet wird die Heartfield/Grosz-Werkschau durch ein umfangreiches Rahmenprogramm. Weitere Informationen folgen in Kürze. Der Eintritt ist bei allen Veranstaltungen frei.

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  • John Heartfield

    Am 19. Juni 1891 erblickt John Heartfield, als Helmut Herzfeld, in Berlin-Schmargendorf das Licht der Welt. Er ist Sohn des linkssozialistischen Schriftstellers Franz Held aka Franz Herzfeld. Mit 14 Jahren beginnt Heartfield eine Lehre als Buchhändler in Wiesbaden, bevor er sein Studium an der Kunstgewerbeschule in München beginnt. Die nächste Etappe heißt Berlin, wo er dank eines Stipendiums an der Kunst- und Handwerkerschule Charlottenburg studieren kann.

    Im Herbst 1914 lernt Heartfield George Grosz kennen, der einen starken Einfluss auf ihn und seine Kunst ausübt. Sein Zynismus und seine Bitterkeit bewirkten einen Bruch mit Heartfields bisherigen Zeichnungen, die er fast restlos zerstörte.

    Durch eine simulierte Nervenkrankheit entging Heartfield dem Kriegsdienst. Stattdessen gründete er mit seinem Bruder Wieland Herzfelde die Zeitschrift “Neue Jugend” und 1917 den “Malik-Verlag”. Er gibt sich nun den englisch klingenden Namen John Heartfield. Die zugespitzten Verhältnisse der Kriegsjahre politisieren auch ihn.

    1918 erfolgt der Eintritt in die KPD. Er arbeitet an den satirischen Blättern „Die Pleite“ und „Der Knüppel“ mit, die vor allem den deutschen Militarismus kritisieren. Heartfield ist Mitbegründer und Organisator der Berliner Dada-Bewegung.

    1924 erschien Heartfields Fotomontage „Väter und Söhne 1924“, die als erste politische Fotomontage gilt. Es folgen diverse Gestaltungen von Einbänden und Schutzumschlägen für verschiedene Verlage, allen voran dem Malik-Verlag. Zu den Autoren gehören unter anderem Upton Sinclair, Franz Jung, Henri Barbusse und Kurt Tucholsky. Außerdem erarbeitet Heartfield Bühnenbilder für Piscator, sowie diverse agitatorische Plakate für die KPD und ihre Zeitschriften und Wahlkämpfe.

    1930 wird er zum ständigen Mitarbeiter der „Arbeiter-Illustrierte Zeitung“ (AIZ) und prägt von da an maßgeblich das Bild dieser Zeitung. Viele seiner Fotomontagen sind Titelbildern der AIZ. Sie agitieren gegen den erstarkten Faschismus und den drohenden Krieg. Mit der Machtübernahme Hitler flieht Heartfield nach Prag ins Exil. Auch dort montiert er weiter für die AIZ, die ebenfalls ihre Redaktion dorthin verbracht hat. 1938 flieht er über Paris nach London, wo er fortan für den KPD-nahen Verlag Inside Nazi Germany (I.N.G.) Publications arbeitete.

    1950 kehrte er zunächst nach Leipzig zurück. Er arbeitete mit seinem Bruder Wieland für verschiedene Verlage, Theater und Organisationen der DDR. Auch er wird Mitglied der Akademie der Künste und erhält eine Professur an der Berliner Kunstakademie. Am 26. April 1968 stirbt John Heartfield in Ost-Berlin.

  • George Grosz

    George Grosz wird, als Georg Ehrenfried Gross, am 26. Juli 1893 in Berlin geboren. Ihm gelingt, nach einer vorzeitigen Schulentlassung, die Aufnahme an der Königlichen Kunstakademie in Dresden. Er präsentiert erste Karikaturen im Satireblatt Ulk. Zurück in Berlin besucht er dort die Kunstgewerbeschule.

    Am 11. November 1914 meldet er sich als Kriegsfreiwilliger. Im Jahr darauf wegen einer Krankheit als „dienstunbrauchbar“ entlassen, lernt er zu dieser Zeit Wieland Herzfelde kennen und veröffentlich vermehrt Gedichte und Zeichnungen, unter anderem in „Die Aktion“, „Neue Jugend“ und „Die weissen Blätter“.

    1916 erfolgt die Namensänderung in George Grosz, die wohl seiner Vorliebe für Amerika geschuldet ist. Es folgt die „Kleine Grosz-Mappe“, die im Malik-Verlag erscheint. Grosz ist bereits Teil der Berliner Dada-Szene, nimmt an Vortragsabenden mit Raul Hausmann und Richard Huelsenbeck teil und ist Mitveranstalter der „Ersten Internationalen Dada-Messe“ in Berlin 1920.

    Die zugespitzten Verhältnisse der Kriegs- und Nachkriegszeit radikalisieren ihn. Er wird während des Spartakusaufstandes verhaftet, kann aber entkommen und tritt kurz danach der KPD bei. Wie viele Intellektuelle wird Grosz zum Chronisten und Kritiker seiner Zeit. Vor allem der deutsche Militarismus und das konservativ-reaktionäre Bürgertum der Weimarer Republik sind Hauptthemen vieler seiner Gemälde und Mappen. Es folgten mehrere Verfahren mit Verurteilungen.

    Die frühen 1920er sind seine Schaffensjahre. Zusammen mit John Heartfield erstellt Grosz ein erstes umfassendes Bühnenbild. Er erscheinen Hefte, verschiedene Mappen, sowie diverse Zeichnungen und Buchumschläge. Unter den Eindrücken seiner Rundreise durch die Sowjetunion tritt George Grosz aus der KPD aus. Er bleibt der Idee der internationalen Solidarität aber verbunden und zeichnet mit anderen namhaften Künstlern, darunter Otto Dix und Käthe Kollwitz, für die Mappen „Hunger“ und „Krieg“ der „Internationalen Hungerhilfe“; einem Ablegen von Münzenbergs IAH. Außerdem ist er weiterhin Mitunterzeichner zahlreicher Protestnoten. Denen zum Tode verurteilten Anarchisten, Ferdinando Sacco und Bartolomeo Vanzetti, widmet der Künstler eine Zeichnung.

    Das Erstarken des Nationalsozialismus und die zunehmende Autokratisierung der Sowjetunion führen zur Resignation. Grosz muss feststellen, dass die schärfste politische Kunst den Faschismus nicht aufhalten kann. 1932 erfolgt ein mehrmonatiger Aufenthalt in New York, wohin er Anfang 1933 auch endgültig emigrierte. Er gründet seine eigene Kunstschule, die „Sterne-Grosz-School“. 1941 zeigt das Museum of Modern Art in New York eine Retrospektive von Grosz. Den Spätwerken fehlt es aber an gesellschaftskritische Schärfe, die ihn zu einem der bedeutendsten Satiriker werden ließen.

    Grosz wird 1958 außerordentliches Mitglied der „Akademie der Künste“, kehrt 1959 nach Deutschland zurück und verstirbt am 6. Juli 1959.

Termine

Immer Dienstags finden im Zeitraum der Ausstellung und thematisch passend verschiedene Münzenberg Lektionen statt. Der Eintritt ist frei:

  • 01/11/2016: Montage_16

    Vernissage und Preisverleihung Collagenwettbewerb

    Im Rahmen der Vernissage prämieren und präsentieren wir die Ergebnisse des, mit 5.000€ dotierten, Collagewettbewerbs „Montage_16/100 Jahre später“. Künstlerinnen und Künstler haben, in der Tradition von Heartfield und Grosz, die heutige Zeit ausgeschnitten, neu montiert und zu einem politischen Statement verbunden.

    Beginn: 18.00 Uhr

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  • 08/11/2016: DIE KUNST IST IN GEFAHR!

    Texte von George Grosz und Wieland Herzfelde
    Ana Fonell, Schauspielerin, Sängerin, Sprecherin und Nichte von George Grosz interpretiert frühe Texte und Gedichte von George Grosz und liest aus dem Manifest "Die Kunst ist in Gefahr" von 1925. "Mit der Erfindung der Photographie begann die Dämmerung der Kunst. Sie ging ihrer Rolle als Berichterstatterin verlustigt", heißt es in der Schrift der Protagonisten des Malik-Verlags, die für Aufruhr sorgte.

    Beginn: 19.00 Uhr

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  • 15/11/2016: ES MACHT PENG!

    mit dem Peng! Collective

    Die Aktionskünstler sprechen über ihre politische Eroberung des öffentlichen Raums.

    Beginn: 19.00 Uhr

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  • 22/11/2016: NEHMT ZEITUNGEN, NEHMT SCHEREN!

    Eine Dada-Soiree

    Ganz Dada sind an diesem Abend u.a. Lea Streisand, Annika von Trier, Sebastian Lehmann, Maik Martschinkowsky, Suleiman Masomi, Flunkerproduktionen und die Polkageister.

    Beginn: 20.00 Uhr

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  • 29/11/2016: DADA_IST FILM

    Eine Filmnacht mit Thomas Tode

    Thomas Tode ist Filmhistoriker und zeigt in dieser Veranstaltung wie Dada in die Filme kam.

    Beginn: 19.00 Uhr

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  • 06/12/2016: DIE REVOLUTIONÄRE SCHÖNHEIT

    mit Sabine Kriebel zu Heartfield und seinen Montagen

    Sabine Kriebel hat 2014 mit diesem Titel ihre Untersuchung von Arbeitsweise Heartfields und die Wirkung seiner radikalen Fotomontagen zusammengefasst.

    Beginn: 19.00 Uhr

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  • 13/12/2016: 100 JAHRE DADA

    mit Hanne Bergius in Vortrag und Gespräch

    Seit Mitte der 70er Jahre hat Hanne Bergius wissenschaftliche zu Dada geforscht, unzählige Texte verfasst, Kataloge herausgegeben, Ausstellungen kuratiert und ihre Begeisterung für Dada an jüngere Kolleg_innen und das große Publikum weitergegeben.

    Beginn: 19.00 Uhr

Ausstellung

FMP1 – Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin

 

Ausstellungszeitraum:

01.11.2016 – 18.12.2016

 

Öffnungszeiten:

Di./Mi./Fr. 16:00 – 20:00

Sa./So. 12:00 – 18:00

 

Eintritt frei!

 

Kontakt:

montage_16@franzmehringplatz.de